Schlaufüchse auf Atelierbesuch
Kunstreise zu Guntram Prochaska
„Wenn das aus Holz ist, was war es dann früher einmal?“, fragt Guntram Prochaska und zeigt den jungen Kunstkennern in der Hofgalerie seine charakteristischen Skulpturen. „Bäume natürlich!“ Die zwanzig „Schlaufüchse“ heißen nämlich nicht nur so, sie sind auch wirklich welche und haben blitzschnell erkannt, dass sie sich in einen richtigen Märchenwald begeben haben, voller wunderlicher und geheimnisvoller, vom Hausherrn erschaffener Gestalten. Das „Sonnenmännchen“ stellt der Künstler beim Atelierbesuch in den Mittelpunkt der schöpferischen Übungen der Grötzinger Erstklässler. Die bestens informierten Pennäler wissen auch, dass diese goldene Scheibe an unserem Himmel in höchstem Maße Energie spendet, die von uns Menschen viel mehr genutzt werden sollte. |
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Und als Guntram Prochaska als Hintergrundmusik noch japanischen Sonnengesang einblendet, sprudeln die Berichte zu höchst aktuellen, betroffen machenden Ereignissen lebhaft aus den Mündern der zwanzig Kinder: Nichts ist ihnen verborgen geblieben und alles beschäftigt sie!
„Kinder lernen Künstler kennen und malen wie sie“, heißt eines der zahlreichen Nachmittagsprojekte der Ganztagesbetreuung „Die Schlaufüchse“ an der Grötzinger Schule. Da die Ganztagsschule für die erste Klasse des Schuljahres 2010/11 an der zu geringen Zahl von Anmeldungen gescheitert war, aber dennoch viele Eltern weiter Interesse bekundeten, wollten engagierte Lehrkräfte und Erzieher nicht klein beigeben und stellten ein Ersatzprogramm auf eigene Beine, „Die Schlaufüchse“. An zwei Tagen in der Woche findet eine Ganztagsbetreuung für die Erstklässler statt. |
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„Die absolute Erfolgsgeschichte“, sagt Frau Köster, ehemalige Konrektorin der GHS. Statt der maximal vorgesehen Zahl von zwanzig Kindern nehmen 22 das Angebot in diesem Schuljahr war, manche in Kombination mit „Hort an der Schule“. Nach dem Unterricht am Vormittag essen sie gemeinsam im Crazy Mocca oder im Hort, danach gibt’s eine Hausaufgabenbetreuung mit den Lehrerinnen Frau Köster und Frau Porzelt. Pädagogische Fachkräfte erteilen nachmittags Unterricht zum Beispiel in Sport, Musik oder Theaterkunde. Die Kinder sind Feuer und Flamme, die Eltern begeistert von den „Schlaufüchsen“. „Viele meinen, dass zwei Ganztage in der Woche für Erstklässler völlig ausreichend sind, mehr würde sie sogar überfordern“, berichtet Frau Köster.
Der enorme Erfolg der „Schlaufüchse“ wäre die beste Empfehlung zur Fortsetzung, wenn nicht gar ein Grund zur Erweiterung des Angebotes! Für die zweite Grundschulklasse 2011/2012 würden alle gern wieder bei den „Schlaufüchsen“ mitmachen, wenn es einen Auftrag dazu gibt. |
Völlig unsicher ist dagegen, ob eine der nächsten Ersten Klassen auch in den Genuss dieses Programms kommen kann. Das Projekt wurde nämlich bei den Planungen bisher nicht berücksichtigt oder auch nur publik gemacht. Obwohl das angestrebte Ziel des Grötzinger Ortschaftsrates weiterhin eine Ganztagsgrundschule ist, wird diese auch im kommenden Jahr nicht stattfinden, dafür aber der Hort an der Schule um eine Gruppe erweitert. Frau Köster und ihre höchst engagierten Lehrkräfte bedauern diese geringe Wertschätzung ihres Einsatzes bei den Planern: „Wir würden uns gerne wieder einbringen, vor allem, weil Akzeptanz und Begeisterung bei Eltern und Schülern eindeutig für uns sprechen!“ |
Die Malstunde bei Guntram Prochaska brachte zigfach Fantasie und Kreativität zu Tage: helle Farben, bunte Skulptur, Papiere mit Sonnenlöwen, Sonnenschein und sogar einer höchst erstaunlichen Sonnenhöhle. Alle waren eifrig bei der Sache, denn Kunst ist für die Schlaufüchse nahezu Allgemeingut. Bevor sie mit Guntram Prochaska malten, hatten sie bereits beim Bildhauer Pavel Miguel in dessen Werkstatt getöpfert und ein Besuch bei Malerin Brigitte Nowatzke-Kraft ist schon vorgesehen. Demnächst werden die kleinen Künstler die Steinzeitausstellung im Landesmuseum besuchen um dort prähistorisches Handwerk nachzuarbeiten. Frau Kalinski, die am Donnerstag mit Frau Köster und Frau Porzelt den Kunstausflug betreute, begab sich mit den Schlaufüchsen auf Weltreise. Bald werden sich die Kinder mit den weltweit angetroffenen Tieren im Karlsruher Zoo bekannt machen. Was sie sonst noch Schönes, Buntes und Kunstvolles zustande brachten, kann am kommenden Freitag beim Frühlingsfest in der Schule bewundert werden. StS |
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Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Das Pfinztal", im März 2011 |
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