schulgarten

Es grünt so grün…
im Grötzinger Schulgarten. Nicht weil er wieder zurück in den Dornröschenschlaf gefallen wäre, sondern weil viele fleißige Kinderhände darin mit viel Freude arbeiten.
Zurzeit sind wir im Garten Mittwochvormittag von 10 – 12.15 Uhr mit einer Außenklasse der Albschule (Schule für geistig behinderte Menschen) zu finden und am Nachmittag desselben Tages treffen sich 12 Schüler der
1. – 4. Klassen im Rahmen einer AG zum Hacken, Jäten, Gießen und Ernten. Im Moment sind Beeren, Zucchini, Gurken und Kohlrabi erntereif.
Der ganze Salat wurde leider ein Opfer der Schnecken. Da wir unseren Garten naturnah bewirtschaften, wird selbstverständlich auf den Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel verzichtet. Gedüngt wird nur mit Kompost.
Wir legen bei unseren Gartenkindern auch viel Wert auf Umweltbildung. So haben wir im letzten Jahr ein „Wildbienenhotel“ gebaut, das von den Bienen fleißig besiedelt wird. In diesem Frühjahr herrschte dann reger Flugbetrieb.

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Wildbienen sind wichtige Bestäubungsinsekten und brauchen dringend unseren Schutz. Da sie äußerst friedlich sind, konnten wir sie aus nächster Nähe beobachten, was die Kinder immer wieder sehr faszinierte.
Auch die größte der einheimischen Wildbienen, die schwarzblaue Holzbiene, fühlt sich in unserem Garten sehr wohl. Fälschlicherweise wird sie wegen ihrer Größe oft als eine Art Hornisse eingestuft und bekämpft. Um hier Aufklärungsarbeit zu betreiben, wird als Winterarbeit ein zweites Hotel „zur wilden Biene“ entstehen. Das alte ausgediente Grötzinger Ortseingangsschild hat bereits seinen Platz auf dem Schulhof gefunden und wird so einer neuen Bestimmung zugeführt.
Neu ist auch das Grüne Klassenzimmer im Garten, das im Rahmen eines Projekts entstanden ist. Es braucht nur noch einen Plattenboden und Tische und Bänke, dann ist auch bei schlechtem Wetter ein Unterricht im Freien möglich.
Momentan wird im Garten auch an einer gewaltigen Trockenmauer aus Buntsandstein gearbeitet. Das hört sich alles nach viel Arbeit an und ist es auch. Aber unsere Gartenkinder sind hoch motiviert, interessiert und erstaunlich fleißig. Sie lassen sich weder von Schneckenfraß noch von Läusen an den Bohnen entmutigen und je größer das Problem ist, mit umso mehr Eifer sind sie bei der Sache. Von Null-Bock-Haltung keine Spur.
Der Garten hat sich zu einer richtigen Idylle entwickelt. In der letzten Viertelstunde gibt es als Belohnung etwas Gesundes: Tee aus Pfefferminze, Melisse oder Ringelblumen, Kuchen belegt mit den eigenen Beeren, getrocknete Apfelschnitze, Wildkräutersuppe oder Wildkräuterquark o.ä. je nach Jahreszeit.
Wer Lust hat, darf gerne einmal einen Blick über den Zaun werfen oder uns während der Arbeitszeiten besuchen. Die Schüler sind immer sehr stolz, wenn sie den Garten präsentieren dürfen und dann auch erklären, dass man Brennnesseln, Gänseblümchen und Löwenzahn essen kann und dass Spitzwegerich gut gegen Insektenstiche ist.
Lehrer, Schüler, Pflanzen, Tiere und auch die Wildkräuter leben hier in gutem Einvernehmen miteinander.
Hört sich das nicht fast paradiesisch an?
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