Mit allen Sinnen Gemeinsamkeit erleben
Frisches Frühlingsfest in der Grötzinger Schule
Ein Aufbruch aus Schmuddelwetter und feuchter Kühle in ein ganz neu gestaltetes Frühlingsfest in der Aula der Schule: Mit allen Sinnen konnte man am Samstag Schule erfahren. Beim Mit-Machen verschiedener Osterdekorationen in allerlei Techniken, Kinderschminken der Kunst AG, Fitnesstests oder Holunderpfeifen und Weidenkörbchen basteln mit Herrn Paffrath und Frau Frey von der Garten AG und Burgen und Schiffchen bauen. Zu sehen gab es eigentlich fast alles. Eine umfangreiche Ausstellung zu Arbeiten und Projekten der Schülerinnen und Schüler zum Thema Kunst, Garten, Religion, und sogar Werken zur Steinzeit lud zu einem Rundgang ein. Besonders hübsch anzusehen war eine hausgemachte Nana im Stil von Niki de Saint Phalle, von den Schülerinnen der neunten Klasse künstlerisch nachempfunden und ein Objekt besonderen Stolzes für Rektor Rudolf Karg. Obendrein begeisterte noch ein tolles Kultur- und Bühnenprogramm zum Mit-Erleben von allerlei Musik, Gesang und Gymnastik, über Hörspiel und akustisches Rätsel bis zum herzigen deutsch-französischen Tänzchen der Klasse 2a in politisch korrektem „bleu - blanc - rouge".
Mittendrin im anregenden und bewegten bunten Frühlingstrubel fühlten sich fünf Spezialgäste sichtlich wohl. Die Lehrer aus der Partnerschule in Zmigród in Niederschlesien waren zu einem kleinen Austausch während des Frühlingsfestes angereist. „Wir wollten nicht nur den in diesem Jahr anstehenden Schüleraustausch vorbereiten oder Fachliches miteinander besprechen, sondern menschlich und ganz privat deutsches Ambiente schnuppern", sagt Lehrerin Joanne Tresowska. Das unterstützt auch der ehemalige Rektor Arnswald, in dessen „Ära" der Schüleraustausch begann. Noch heute breitet er ein wenig seine Fittiche über dieses Projekt: „Solche Besuche sind eine wunderbare Bereicherung und dienen der Festigung des persönlichen Kontakts untereinander über das Schriftliche hinaus. Wenn man sich über das rein berufliche hinaus engagiert, verliert man Vorbehalte, die dem Verständnis und dem Dialog im Wege sind. Dies ist ganz im Sinne der Begründerin und Mäzenin dieser deutsch-polnischen Schulpartnerschaft."
Die kleine polnische Delegation besucht auch das badische Schulmuseum, wo Herr Kranz und Herr Arnswald eine kleine Einführung in die Situation der Schüler und Lehrer vergangener Zeiten zum Besten geben und damit wenig Befremden erwecken, denn anscheinend waren die Gepflogenheiten von Anno dazumal an polnischen Schulen denen in Deutschland gar nicht so unähnlich. Also: schon wieder Gemeinsamkeiten!
Gemeinsames und Unbekanntes zusammen entdecken konnten die Grundschüler bereits vier Tage zuvor. „II est facile, il n´est pas difficile" bewies ihnen das Santa Macairo Orkestar bei der Reise nach Frankreich und in die französische Sprache mit dem blau-weißen und auch ein wenig roten Clown Phantasie. „Bouger, swinger, chanter, parier" ist ganz einfach und spielerisch zu erlernen, wenn man ein wenig Musik und
Vorstellungskraft zur Hilfe nimmt und auch mal eine blaue Nase riskiert. Die Aufführung im Musiksaal hat es bewiesen!
Schule: Das ist nicht nur beim Frühlingsfest ein Ort der Gemeinsamkeit. Die Schule muss mitten im Ort und im Leben stehen, geöffnet für alle Phantasien und Kreativitäten und Erlebnisse, die nur zu Erfolgen führen können, weil sie dann stark macht für ein Leben in Gemeinschaft. Dies meint Rektor Rudolf Karg. Beim Frühlingsfest an der Grötzinger GHS waren sicherlich alle einer Meinung mit ihm. StS
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Das Pfinztal"