Wir hätten keine Bessere finden können
Amtseinführung von Konrektorin Christine Schneider
Aller Anfang ist schwer, selbst für eine zukünftige Konrektorin. „Unterricht an der Hauptschule in Englisch, Deutsch und Bio hatte ich gelernt. Bei meinem Einstieg in Grötzingen sollte ich aber in einer ersten Klasse unterrichten, und zwar Musik. Also kopierte ich Liedtexte in ausreichender Zahl für meine Schüler und begab mich damit ins Klassenzimmer. Nach einiger Verwirrung und Unverständnis auf beiden Seiten, begriff ich, dass flüssiges Ablesen wohl noch nicht die große Stärke von Erstklässlern ist. Wir haben dann Papierdrachen aus den Vorlagen gebastelt!"
Vor zehn Jahren kam Christine Schneider an die Grötzinger Schule, zunächst als Krankheitsvertretung. Am vierten Dezember wurde sie dort in ihr Amt als neue Konrektorin eingeführt.
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Das Kollegium freue sich, denn „mit ihr kommt eine neue, junge Generation an der Schule zum Zug", begrüßte Rektor Rudolf Karg den Wechsel in dieser „sich ständig verändernden, lernenden Organisation, die von keinem Aktionismus behindert werden darf."Aber die Fackel müsse weiter gegeben werden, da hält es der Rektor mit David Bowie, der einmal sagte: „Wenn man Jahrzehnte lang die gleichen Akkorde spielt, wird die Melodie langweilig".
Schulamtsdirektorin Bärbel Raquet hob in ihrer Einführungsrede die Herausforderungen für Schulleitungen in Zeiten des Wertewandels und Werteverfalls hervor und die Wichtigkeit des Konsenses zwischen Eltern und Schule. Bezirkspersonalrätin Sigrid Kaschanian sah diese Herausforderung von Frau Schneider bereits angenommen und forderte auf: „Nutzen Sie weiterhin transparent und demokratisch die Gestaltungsspielräume im Kollegium und kehren Sie nichts unter den Teppich", man sei in Grötzingen auf dem Weg zur Ganztagsgrundschule. Die wünschte sich auch Ortsvorsteher Thomas Tritsch in dieser „Jahreszeit der Wünsche" und dazu die passende „tolle Konrektorin, die bereits in ihre Aufgabe hineingewachsen ist."
Einhellig bestätigten die Kolleginnen Frau Günther und Frau Schubach und die Vertreterin des Elternbeirates, Veronika Pepper, dass „man keine Bessere hätte finden können", um die Aufgabe an der Grötzinger Schule zu meistern. Besonders eng wurde die Bindung Frau Schneiders an das Kollegium durch deren Engagement in der Integrationspädagogik, die sie „sehr stark geprägt hat", wie sie selbst sagt.
Schulklassen und Schulchor bereiteten der neuen Konrektorin mit Temperament und pfiffigen Beiträgen einen bunt-gemischten, vielstimmigen musikalischen Empfang, der mit Rap, einer Bilderschau und Leons Lichteffekten spannend unterstützt wurde.
Die Feier in der Feier: Schulamtsdirektorin Bärbel Raquet beglückwünschte neben Christine Schneider auch Rektor Rudolf Karg zu seinem 40-jährigen Dienstjubiläum. Der rechnete nach, dass seine neue Konrektorin noch 30 Jahre vor sich habe, in denen sie nie aufhören solle, anzufangen. Das tut sie nicht, denn ihr erster Anfang mit zweitem Anlauf in Grötzingen hat bereits Erfolg gezeitigt. Ein Schüler der eingangs erwähnten „musikalischen Papierdrachenklasse" hat ihr nämlich bestätigt: „Es ist danach doch noch was aus mir geworden!" StS
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Das Pfinztal" |