Die neuen Außenklassen der Albschule:
Das besondere Pflegeteam für den Grötzinger Schulgarten
Oktober: Es ist Zeit den Schulgarten winterfest zu machen. Zwischen Malve, Ringelblumen, kriechender Kapuzinerkresse, ragendem Topinambur und zierlichen Cosmeen, die herbstlich leuchten, gibt es noch ein wenig Sellerie zu ernten und einen Sichtschutz zum Nachbargarten zu bauen. Herr Paffrath, Gartenbaulehrer im Ruhestand und rechte Hand von „Chefin" Waltraud Frey, hat Weidenruten mitgebracht. Daraus flechten die Schüler eine bunte Wand zum Abschluss für die stattliche Wildbienenbehausung, die mit verschiedenen Abteilungen und Nebengebäuden zahlreiche Nisthilfen für Solitärbienen bietet. „Während des Winters trocknen die Larven aus und schlafen unbeschadet bis zum Frühjahr, wenn sie wieder schlüpfen können", erklärt Herr Paffrath und zeigt ein durchsichtiges Röhrchen aus einem der Bienennachtkästchen, in dem schon mehrere Schlafstellen belegt sind. |
 |
„Die kahle Betonmauer zum Schulhof hin wird demnächst ein ganz neues Gesicht bekommen", freut sich Frau Frey, denn „da werden wir eine Trockenmauer bauen". Außerdem soll ein überdachtes grünes Klassenzimmer entstehen, „richtig mit Tafel, Tischen und Sitzmöglichkeiten, denn im Freien lernt sich's besser, weil keine Mauern den Geist einengen!“
Benny hat bereits Vorstellungen von einer beruflichen Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau, die er vielleicht planen kann, weil er bei der Gartenarbeit außergewöhnliches Geschick an den Tag legt. Für Sarah, Oliver, Christian und Patrick ist die Anlage unter dem Schulhof ein Ort höchster Glückseligkeit: „Wir finden es klasse, im Garten zu arbeiten!“ und Waltraud Frey, Naturpädagogin und Leiterin des Schulgartens strahlt: „Mit den Schülern der beiden neuen Außenklassen der Albschule haben wir in mehrfacher Hinsicht Bereicherung erfahren. Erstens können diese großen Mädchen und Jungen ganz anders zupacken und mit schwerem Werkzeug umgehen, als Grundschüler oder jüngere Hauptschüler, außerdem erleben wir Jugendliche, die unendlich gern in den Garten kommen und dort mit Feuereifer an die Sache herangehen und obendrein bringen sie uns unendlich viel Gefühl entgegen. Jonas hat neulich völlig in seine Tätigkeit versunken ohne Pause durchgearbeitet, derart energisch, dass nachher sogar die Handschuhe geschrottet waren!“
Bei so viel Freude und Begeisterung schätzt Frau Ziegler, Klassenlehrerin einer Außenklasse der Albschule, besonders, dass ihre Schüler Ausdauer trainieren können, eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten. So ist in der kurzen Zeit nach den Schulferien bereits ein Frühbeet im Schulgarten fertig geworden, die erste gemeinsame Leistung des frischgebackenen Gartenbauteams. Bis zum Wintereinbruch wird noch jede Arbeitsminute im Freien genutzt werden. Dann können die Junggärtner die Werkräume für Vorbereitungen zum Frühjahr in Anspruch nehmen. Und für den Dezember müssen noch dringend Adventskränze hergestellt werden: Müßiggang ausgeschlossen! Höchstens eine klitzekleine Pause bei Apfelsaft und dem selbstgebackenen Apfelkuchen, welchen Frau Frey stets mitbringt. StS
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus „Das Pfinztal“ |