Abschlussfeier Klasse 9
Von Integration haben alle profitiert

„Oh Happy Day!“ schallte es am 11. Juli ausgelassen und fröhlich in der Aula der Grötzinger Schule. 23 Schülerinnen und Schüler erhielten ihre Abschlusszeugnisse und feierten dies und sich selbst sichtbar glücklich und mit einem tollen Programm, bei dem Ortsvorsteher Thomas Tritsch mit einer Power-Point-Präsentation „ein wenig Public Viewing in die Aula zaubern" wollte. „Zamme gucke" hieße das auf Deutsch, sagte er und hatte noch weitere praxisnahe Hilfestellungen parat, darunter einen Spickzettel mit Tipps fürs Leben und viele Gleichnisse vom Fußball, Scherzhaftes und durchaus Ernstes, das sich die Jugendlichen „ gedanklich in den rechten Strumpf stecken" sollten.

Besonders gern übernahm er die Übergabe des Preises der „Hauenstein-Stiftung". Gerhard Hauenstein wurde 1932 in Grötzingen geboren und wanderte in den 50er Jahren nach Kanada aus, wo er am 23. April 2006 verstarb. „Er wollte der Schule seines Heimatortes etwas Gutes tun", erinnert sich sein Grötzinger Bruder, „und errichtete eine Stiftung". Nach dem Willen des Stifters wird aus dem alljährlich erzielten beachtlichen Zinsertrag ein Geldpreis als besondere Auszeichnung an einen oder mehrere Schülerinnen oder Schüler der Entlassklasse ausbezahlt. In diesem Jahr konnte der Ortsvorsteher Diana Kindler den Preis verleihen. Im Sinne des Auswahlkriteriums verhielt sie sich „außergewöhnlich positiv im schulischen Bereich, zeigte innerhalb und außerhalb der Klasse großes soziales Engagement und war jederzeit für die Belange der Schülerinnen und Schüler ansprechbar", so der Ortsvorsteher.
Dass die Grötzinger Entlassklasse des Jahres 2008 von besonderer Art ist, wurde deutlich, als zwei Schulleiter und zwei Klassenlehrer die Ansprachen hielten. Der Jahrgang ist die erste Integrationsklasse, in der Hauptschüler aus Grötzingen mit Schülern einer Außenklasse der Albschule gemeinsam in einer Klassenstufe zum „Abschlusszeugnis nach Klasse 9" gelangten. „Eine besondere Klasse in jeder Beziehung mit durchweg positiven Ergebnissen" sei diese gewesen, erinnert sich Rektor Karg: „Die Grötzinger Hauptschüler haben von dieser Integration nur profitiert. Soziales Lernen war im Klassenverbund selbstverständlich und durch die Anwesenheit mehrerer Lehrer konnten die Hauptschüler manchen Unterrichtsstoff in wesentlich kürzerer Zeit erarbeiten, als in den ´üblichen´Hauptschulklassen." Dabei haben die Hauptschüler sehr an ihrer Klassenlehrerin Christine Schneider gehangen, die immer vermittelte und persönliche Bindungen herstellte, wodurch sie die eine, hauptsächliche Bezugsperson wurde. Jeder Schüler erhielt einen symbolträchtigen Holzkreisel aus der Hand des Schulleiters: „Der dreht sich, wie das Leben sich dreht, der muss gepeitscht werden, damit er nicht faul umfällt, um so schneller er sich dreht, um so stabiler wird sein Lauf!"
Es wurde ein fröhliches Abschlussfest mit vielen Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre in der Grötzinger Schule. Zahlreiche Fotos, eine szenische Zeitreise und Tänze umrahmten die eigentliche Zeugnisausgabe, die so „zu einer besonders emotionalen Feier" (Rektor Karg) wurde. 17 plus 6 glückliche junge Leute freuten sich auf einen neuen Lebensabschnitt, auf den sie ihre Erlebnisse in der Grötzinger Schule mitnehmen können, vielleicht unter dem Motto des letzten Songs im Programm: Niemals geht man so ganz!         StS

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Das Pfinztal"

 

 

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