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Neun erfolgreiche Jahre Integrationsklasse an der Grötzinger Grund- und Hauptschule
Abschlussfeier des Jahres 2008 an der Grötzinger Hauptschule
17 Hauptschüler und sechs Schülerinnen und Schüler der Außenklasse der Albschule erhalten gemeinsam ihre Zeugnisse. Ein erstmaliger Vorgang und daher ein Anlass, um Rückblick zu halten und eine Vorschau in die Zukunft zu wagen.
Christine Knab-Rumold, Elternbeirätin der ersten Stunde und bis heute, erinnert sich an „lange Vorarbeiten" mit dem damaligen Rektor Arnswald und der Vorsitzenden des Elternbeirats, Ellen Sick, bevor die erste integrierte Grundschulklasse zustande kam: „15 plus 4 waren es, in der vierten Klasse
kam zu Ann-Kathrin, Kim, Nuray und Patrizia noch Oliver dazu." Nach vier Grundschuljahren mit den Lehrerinnen Frau Günther, Frau Mangold und Frau Geiger-Klenert bildete die Grötzinger Schule mit sechs „Albschülern" und 20 Hauptschülern eine fünfte Klasse. |
Frau Schuh, die Klassenlehrerin der Außenklasse, beschreibt die ersten Schritte: „Gemäß dem Unterrichtsprinzip, dass zwar am gleichen Inhalt, aber zieldifferent gelernt wird, wurden am Anfang alle Fächer gemeinsam unterrichtet. "Ab der siebten und achten Klasse trennte man allmählich den Klassenverband entsprechend der unterschiedlich benötigten Förderungen. Mathe, Deutsch und Englisch fanden in verschiedenen Klassenzimmern statt, auf Prüfungen bereiteten sich die Schüler individuell vor, aber alle Lektüren wurden gemeinsam gelesen und viele Projekte zusammen erarbeitet, so wie das jährliche Grötzinger Programm „Eine Schule liest einen Autor". Bei zahlreichen gemeinsamen Freizeiten, Ausflügen und Klassenfahrten erlangten die Hauptschüler - allein durch das selbstverständliche Miteinander - soziale Kompetenz in ungewöhnlichem Ausmaß. Sie profitierten unter anderem durch die Anwesenheit doppelt so vieler Lehrer im Unterricht, erfuhren so doppelte Unterstützung und erarbeiteten „manchen Unterrichtsstoff daher doppelt so schnell als unsere anderen Schüler", erkennt Rektor Rudolf Karg, und Fachlehrerin Frau Maurer ergänzt: „Im Austausch konnten sich die Außenklässler einiges abgucken, die Methodenvielfalt sollte überall eingeführt werden, denn sie kommt allen zugute". Ein besonderes Plus in dieser Integrationsklasse war die Wohnortnähe. Drei Schülerinnen und
Schüler bewerkstelligten den Schulweg allein und zu Fuß, denn sie wohnen in Grötzingen, einer kam ganz selbstständig von Durlach mit dem Linienbus: „Das ist nicht immer gegeben, war aber für unsere Klasse und meinen Sohn von großem Vorteil", sagt Olivers Mutter. Frau Schuh und Frau Maurer
erzählen amüsiert von einer gemeinsamen Exkursion, welche einst zum Gartencenter am Grötzinger Ortsrand führte: „Wir kamen kaum voran, weil zig Passanten die Kati kannten und von ihr wissen wollten, wo es denn hin geht!"
Die Abschlussfeier mit der Überreichung des „Abschlusszeugnisses nach Klasse 9" war ein sehr bewegendes und glückliches Ereignis. Daher sind alle besonders froh, dass es nach den Ferien eine Fortsetzung für sie mit einer anderen Klasse an der Grötzinger Schule geben soll. „Berufsvorbereitende Einrichtung" nennt sich ein völlig neues schulisches Projekt, das neben der bereits bestehenden dreijährigen Werkstufe der Sonderschule etabliert werden soll. Beide, Werkstufe und BVE, haben die Förderung beruflicher Kompetenz zum Ziel und wollen untereinander durchlässig sein, so dass bei Bedarf von einer zur anderen Einrichtung gewechselt werden kann. Im
September startet die BVE in Grötzingen mit sechs Schülern. Im ersten Jahr werden Kurzzeitpraktika durchgeführt, ab dem zweiten Langzeitpraktika, möglichst an örtlichen Arbeitsplätzen. „Im Rhein-Neckar- und im Enzkreis gibt es das schon länger, allerdings in eigenen speziellen Räumlichkeiten. Die praktischen Erfahrungen im Haus der Hauptschule müssen erst gesammelt werden, bevor jedes Jahr eine neue Klasse dieser Art in Grötzinger Räumen unterkommt", berichtet Diplom-Pädagogin Frau Schuh und Christiane Knab-Rumold freut sich, dass es nach den rundum erfolgreichen neun Jahren der Integrationsklasse vor Ort weiter geht. „Nach vier Jahren in der Grundschule und der Fortführung bis zur neunten Klasse wurden Integrationsklassen zum traditionellen Bestandteil
der Grötzinger Schule, weil die erste rundum erfolgreich war", blickt Frau Schuh zurück. Für Eltern und Schüler waren die neun Schuljahre sowieso der große Wurf und ganz sicherlich für Kim, die von ihrem Klassenkameraden René schwärmt: „Weil der so gut Hip-Hop tanzen kann!" StS
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Das Pfinztal" |