Neues von der Garten-AG… (März / April 2007)
1) Der Herbst im Schulgarten:
Der Herbst verging doch recht schnell mit den üblichen Gartenarbeiten wie Baum- und Rebschnitt, Umgraben und Aufräumen. Es zeigte sich bald, dass die jetzige Truppe der Gartenkids, auch heuer wieder aus den Klassenstufen 3-6 bunt zusammengewürfelt, davon 2/3 Mädchen, sehr eifrig und interessiert mitmacht und ordentlich zupacken kann!
Gleich zu Beginn der AG gesellte sich zur bisherigen AG-Leiterin Frau Wenigwieser Frau Frey, die mit Bravour ihre „Feuertaufe“ bestand: Sie wurde von den Kindern freundlich aufgenommen und kniete sich sogleich in die anstehenden Arbeiten. Außerdem gab sie der Gruppenarbeit neue liebenswerte Impulse: |
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So bereicherte sie die AG-Stunden durch die Einführung eines neuen, inzwischen lieb gewonnenen Abschiedsrituals und begann sofort mit Naturbeobachtungen vor Ort: Sie zeigte und erklärte den Schülern alles Getier in Wiese und Beeten, dessen sie ansichtig wurde… Damit wurde endlich auch dieser, zugegebenermaßen über den Anstrengungen des ersten Gartenjahres ziemlich vernachlässigte Aspekt in die Garten-AG eingebracht. |
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Auch im Herbst 2006 griff uns der Grötzinger Bauhof wieder kräftig unter die Arme: Bäume wurden gestutzt, Komposterde erneut als Miete aufgesetzt. Ein Baum, der hinter den neuen Hort-Räumen im ehemaligen Hausmeisterhäuschen störte und gefällt werden musste, wanderte nach dem „Prinzip der Ameisenstraße“ mit Hilfe der emsigen Gartenkids als Geäst und Holzscheite in den Schulgarten. Der große entastete Stamm wurde uns als Sitz- und Klettergelegenheit auch hinein gehievt. Eine riesige Ladung Laub für den Kompost und die geplanten Hochbeete bekamen wir obendrein noch. Außerdem bekamen wir gut 100 Gehwegplatten geliefert für unsere Beeteinfassungen und den Weg zu unseren drei Komposthäufen, die inzwischen in stundenlanger Schwerarbeit in den Schatten der Bäume an den seitlichen Zaun versetzt worden waren. Nur beim Baumaterial für die Beetkästen musste Ortsbaumeisterin Guttenbacher dann leider passen, aber dafür gab sie uns den entscheidenden Tipp, doch mal bei der Holzfirma Kuhmann & Dill im Hagsfeld vorzusprechen mit unserem Anliegen… |
Und dort erfuhren wir, was spontane Hilfsbereitschaft im Dienste einer guten Sache ist: Herr Dill erklärte sich sofort bereit, unserer Garten-AG hochdruckimprägnierte Bretter und Latten zu schenken! Das gespendete Material brachte uns der Bauhof dann bei nächster Gelegenheit einfach mit… |
Herr Karg schleppte zwei Schnellkompostertonnen an, wobei es schon ein bisschen Köpfchen und Geduld brauchte, diese Bausätze am geplanten Standort gleich neben der Gartentreppe aufzubauen, so dass in Zukunft die Schulköche ihre Küchenabfälle umweltschonend und fachmännisch entsorgen können. Auch der Hausmeister, Herr Haschka half wieder mit und transportierte die von Herrn Dehm gespendeten Rundhölzer in den Schulgarten: Die werden nun bald als Beeteinfassungen zum Einsatz kommen…
An dieser Stelle möchte ich mich im Namen der Garten-AG ganz herzlich bedanken für die erfahrene Hilfsbereitschaft und alle Zeit-, Arbeits-und Sachspenden, ohne die wir unsere AG-Arbeit nie in diesem Stil und mit den bisher erzielten Erfolgen hätten durchführen können! Danke! |
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2) Der Schulgarten-Wettbewerb:
Eine neue Herausforderung der besonderen Art eröffnete sich noch zum Jahresende: Der Grötzinger Schulgarten und unsere AG wird sich im Frühjahr 2007 beim Karlsruher Schulgarten-Wettbewerb des städtischen Gartenbauamtes präsentieren… Herr Karg hatte die Anmeldeunterlagen besorgt und angefragt, ob das nicht etwas für uns sei? Und das wollte sich die AG-Leitung auf keinen Fall entgehen lassen, denn so ein Wettbewerb setzt, wie man inzwischen deutlich sehen kann, ungeahnte Talente und Kräfte frei! |
Als Zugabe gratis gibt es außerdem eine Projekt begleitende Vortragsreihe zum Thema Gartenbau und Schulgartenpädagogik, die von Frau Frey und einem Grüppchen interessierter Lehrer aus dem Kollegium bereits 3 Mal besucht wurde: Zuerst lud das Botanische Institut der Uni in Hörsaal und Lehrgärten ein, dann öffnete die DHU (Deutsche Homöopathische Union Karlsruhe) ihren Heilkräutergarten. Den Abschluss wird die Waldorfschule Karlsruhe mache. Kontakte knüpfen und Erfahrungsaustausch stehen ganz nebenbei auf dem Programm…
3) Wie die Garten-AG überwinterte: Winter ist gut! Dennoch: die kühl-feuchte Jahreszeit rund um Weihnachten vertrieb uns ins Innere des Schulhauses, nachdem wir dem Garten guten Gewissens den Rücken kehren konnten: Sogar ein Reisig-Laubhaufen für Igel und sonstiges Kleingetier war in der Nähe der Weinrebe an einer ruhigen Stelle entstanden, das Vogelhäuschen wartete auf Schnee und Kundschaft. Alles Baumaterial war sicher verwahrt und die Rosen bekamen wieder blaue Häubchen aus Müllsäcken auf, um Schnee und Eis besser überstehen zu können…
Ganze zwei Schneetage im Februar und einen kurzen „Rückfall“ im März gab es dann zu überstehen, so dass weder die Vögel gefüttert werden mussten, noch die Rosen ihre Frostschutzhauben brauchten! |
Aber der Nikolaus kam wenigstens zur richtigen Jahreszeit mit seinen Gaben, gefolgt von Sankt Barbara, zu deren Andenken wir die traditionellen Obstbaumzweige im Schulgarten schnitten, die liebevoll geschmückt und mit entsprechender Pflegeanleitung zu Weihnachten blühen sollten. |
Frau Frey erzählte uns das Märchen vom Rumpelstilzchen, um uns auf die Entdeckungsreise nach der Herkunft unsere Namen zu führen und das gegenseitige Kennenlernen gestaltete sich dank rasanter Ballspiele recht lustig.
Zwar trafen wir uns diesen Winter lieber „oberirdisch“ im Mehrzweckraum anstatt im Werkkeller, aber gerade hier wurden dank guter Verpflegung (Kekse und Lebkuchen) unsere Gruppenstunden stets sehr gemütlich. Das besondere Highlight war das spontan anberaumte Weihnachtsbasteln für den Adventsbasar unserer Schule, an dem dann die Gartenkids sogar kurzfristig noch einen eigenen Stand aufbauen durften: Mit Beistand von Frau Frey am ersten und ganz selbständig am zweiten Tag wurde es ein wirtschaftlicher Erfolg für die Gruppe, die stolz ihr erarbeitetes Geld in Schrauben für die geplanten Hochbeet-Kästen anlegen werden! Weitere Bastelaktionen folgten, jedoch ging es dabei nicht um Dekoration sondern um ganz praktische Dinge…
So entstanden z.B. aus stroh- und heugefüllten Blumentöpfen an den Baumstämmen Unterschlupfmöglichkeiten für Ohrenzwicker, die sich hoffentlich heuer zahlreich in unserem Garten ansiedeln und viele Blattläuse vertilgen werden… |
Nach den Weihnachtsferien ging die Garten-AG, sehr zum Bedauern der Kids, bis zum 6. Februar in eine Winterpause, weil die AG-Leitung keine Zeit hatte: Frau Frey bereiste auf eigene Faus Japan und Frau Wenigwieser den Behördendschungel auf dem Weg zur Baugenehmigung für ihr Einfamilienhaus in Bayern. Was anstrengender war, bleibt dahin gestellt, jedenfalls sind beide nun um einige Erfahrungen reicher. |
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4) Wechsel in der AG-Leitung:
Am 6.Februar 2007 ging es weiter und zwar mit einer entscheidenden Veränderung: Frau Wenigwieser legte die AG-Leitung nun ausschließlich in die Hände von Frau Frey, da ihre private Situation nach einer Reduzierung aller Aktivitäten außerhalb der Familienarbeit verlangte: So wurden Inventarlisten und Schlüssel übergeben und dann kam schweren Herzens der Abschied… Ein kleiner Trost und eine große Freude war aber das unerwartete Abschiedsgeschenk der Gartenkids und von Frau Frey: Herzlichen Dank für das schöne Buch und die Grußkarte mit Foto und Unterschriften! Es ist unglaublich, wie einem so ein Schulgarten ans Herz wachsen kann…
5) Der Schulgarten-Wettbewerb wirft seine Schatten voraus…
Vor ein paar Tagen besuchte Frau Wenigwieser die Garten-AG vor Ort, diesmal auf Bitte von Rektor Karg als „Fotoreporterin“. Bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein wuselten eifrige Gartenkids unermüdlich umher, ernsthaft beschäftigt mit den ihnen zugeteilten Arbeiten. Erste Veränderungen fielen gleich ins Auge: Herrn Paffrath, natürlich mit grüner Schürze, hatte sich Frau Frey mit ihrer blauen Schürze optisch angeglichen und auch die Kinder werden demnächst alle Schürzen bekommen, damit sie wie „richtige Gärtner“ aussehen… |
Es gab da Schubkarrenfahrer, die Laub und Zweige aufluden und transportierten. Ein anderes Grüppchen schleppte Pflastersteine an einen sonnigen Platz am Zaun, um damit einen Steinhaufen für sonnenhungrige Eidechsen und Kleinlebewesen aufzutürmen. (Diese Sandsteinbrocken, welche vielleicht sogar aus den Grötzinger Steinbrüchen stammen, lagen neulich noch in Durlach in einem Gehweg, mussten aber entfernt werden, weil sie schadhaft waren… |
Frau Frey hatte das mitbekommen und um eine Sachspende für unseren Schulgarten gebeten!) Ein anderes Team mühte sich an einer großen Plastikwanne damit ab, sperrige Äste und Zweige in handliche Stücke zu zerlegen, damit sie demnächst in die geplanten Hochbeete eingebaut werden können… Und Herr Paffrath schnitt an den Obstbäumen einige falsch wachsende Zweige zurück und eine Schülerin versorgte die entstandenen Schnittwunden sofort gekonnt und sorgfältig mit Baumharz. Nebenbei entstanden aus Jasmin-Zweigen Pfeifchen für die Kinder…
Um erst gar keine traurige Stimmung aufkommen zu lassen, hatte sich Frau Frey „Verstärkung“ mitgebracht: Herr Paffrath, 25 Jahre für den Schulgarten der Walldorfschule in Pforzheim zuständig, band sich sogleich seine Gärtnerschürze um und begann, mit den Kindern Pikierhölzchen und Erntehaken aus Haselstecken zu schnitzen.
Zum Schluss entstanden noch Hollunder-Pfeifchen, so dass die AG lautstark trillernd und äußerst gut gelaunt das Schulgelände verließ… Alle, aber vor allem die Jungs, waren sofort begeistert vom althergebrachten Wissen, was man alles aus dem in einem Garten vorhandenen Material an nützlichen Dingen herstellen kann und dass jetzt endlich auch geschnitzt werden darf… |
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Seither ist Herr Paffrath jede Woche mit dabei, kommt extra mit der S5 aus Pforzheim angefahren, und hilft mit Rat und Tat kräftig mit: So hat die Garten-AG ein starkes und erfahrenes Leiter-Team, das neben der eigentlichen Bearbeitung des Gartens den Kindern jede Menge Wissen und Spaß vermittelt. |
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Auch das soziale Lernen kommt nicht zu kurz und es ist deutlich ein großes Zugehörigkeitsgefühl bei den AG-Schülern zu merken.
Mittendrin Frau Frey, die überall helfend zu Gange war, und am hinteren Gartenzaun standen staunend und zufrieden unsere Gartennachbarinnen, die mit Lob nicht sparten für die fleißige Truppe: Es sei sooo schön, dass der Schulgarten auch dieses Jahr wieder zu Leben erwache und von den fleißigen Kindern derart umsorgt werde! Sie hätten schon Angst gehabt, der schöne Garten falle nun wieder zurück in seinen Dornröschen-Schlaf… Vor allen das viele darin abgestellte „Gerümpel“ habe doch sehr zu denken gegeben… Dass das nun alles gebraucht wird, sei verwunderlich!
Auch der Garten an sich hatte sich bereits merklich verändert: Das im Herbst aufgesetzte Baumaterial wird nun nach und nach seiner Bestimmung zugeführt. Das unmittelbar anstehende Projekt sind die drei geplanten Hochbeete, für die die gespendeten Bretter und Latten zunächst zu Kästen von ca. 80-90 cm Höhe zusammengezimmert werden müssen. (Einer davon ist, soweit ich weiß, bereits fertig und wartet auf seinen Einsatz…)
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In den Bäumen hängen nun neben den „Ohrenzwicker-Wohnungen“ aus Blumentöpfen Drahtkörbe, gefüllt mit allerlei Federn, Wollfäden und sonstigem weichem Material. Diese hübsch anzusehenden Dinger sind aber nicht nur Dekoration so wie diese momentan modernen indianischen Traumfänger: Das ist Nistmaterial für nestbauwillige Vögel, wie mich die Kinder belehrten. Ach so! Es gibt noch viel zu lernen im Schulgarten. Blühen tut´s dort übrigens auch, wie sich das für den Frühling so gehört… |
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