Einschulung in Grötzingen: Keine Angst vorm Fliegen!
Ein wenig Gelassenheit benötigten Herr Karg und Frau Köster schon, bis alle Mütter, Väter, Opas und Omas mit ihrer Kameraausrüstung endlich das Feld räumten und damit für den Schulleiter und die Konrektorin den Blick auf ihre jüngste Schülerschar frei gaben. Die wissensdurstigen ABC-Schützen drängelten sich auf den Bänken in den vorderen Reihen der Aula und harrten ge-spannt der Dinge, welche von nun an auf sie zukommen sollten. Rektor Rudolf Karg begrüßte die Erstklässer ganz und gar ohne schulmeisterliche Belehrungen, dafür mit Herzlichkeit und dem Hinweis auf das folgende Bühnenstück, zu dessen Entstehung „keine Kosten und Mühen gescheut wurden", damit bereits am ersten Schultag ein Bildungserfolg sichtbar würde.
Nicht weniger als 80 Kinder beteiligten sich an der Aufführung ,Nun flieg schon Paul!' mit deren Einstudierung bereits im Mai begonnen worden war. Frau Lotsch, Herr Lung und Frau Schmolla trugen mit Inszenierung, Bühnenbild und Kostümen wesentlich zum Erfolg des Singspiels bei, welches in bewährter Weise von der Orff- und Flöten-AG von Frau Staud mit Ayleen Staud am Klavier begleitetet und unterstützt wurde. Das Kindermusical, bei dem sich Amselkind Paul so sehr vor dem Fliegen fürchtet, dass ihn fast die Katzen fressen, sollte Mut zum Lernen machen. Die einfühlsame Taube Lylia nimmt Paul mit der Erzählung von den eigenen Ängsten während ihrer Kindheit alle Bange, und siehe da: Paul lernt Fliegen und kann so künftig den vögelfressenden Katzen ein Schnippchen schlagen!
An der Begrüßung nahm auch Konrektor Reuter von der Alb-Schule teil, denn eine der ersten Klassen ist in diesem Jahr wiederum eine ,integrative Klasse' als Außenklasse der Alb-Schule. Mit 15 Grötzinger Schülern drücken fünf behinderte Schüler der Alb-Schule in einem Klassenverband die Schulbänke. Seit neun Jahren gibt es die Kooperation der beiden Schulen, an der in unserer GHS noch eine 5. und eine 9. Klasse teilnehmen: „Bisher ist dieses Projekt hier überaus gut gelungen. Von den Schulträgern muss dazu ein hohes finanzielles Engagement geleistet werden und auch die Lehrkräfte sind im gemeinsamen Unterricht noch stärker gefordert, als sonst. Hauptsächlich soll diese Form des Unterrichts die soziale Kompetenz aller erweitern, während sie individuell angemessene Lern- und Entwicklungschancen bietet", sagt Rektor Rudolf Karg, der sich lobend zur Bereitschaft der Grötzinger Eltern äußerte, deren Unterstützung dieser Schulform dazu führte, dass man in diesem Jahr die Teilnehmer per Losentscheid bestimmen musste, da sich so sehr viele für die Klasse beworben hatten.
Mehr oder weniger zögerlich oder forsch folgten nach der offiziellen Begrüßung die frischgebackenen Schülerinnen und Schüler ihren Klassenlehrern über den Hof in die Klassenräume, während Mamas und Papas der Eingang verwehrt war. Die konnten sich mit einigen leiblichen Genüssen stärken, bis ihre Sprösslinge von den ersten Schritten auf dem langen Marsch zur Bildung wieder zurückkehrten. StS
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Das Pfinztal"
Und das war das diesjährige Einschulungslied: |
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1. Alle Vögel sind schon da, alle Vögel alle. Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tiriliern!
Frühling will nun einmarschiern, kommt mit Sang und Schalle.
2. Wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen! Amsel, Drossel, Fink und Star, und die ganze Vogelschar
wünschen uns ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen.
3. Was sie uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen: Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen.
4. Viele Kinder sind heut hier, viele Kinder viele. Ihr dürft jetzt zur Schule gehen, vieles lernen und verstehn.
Schulzeit nun für euch beginnt, seid willkommen alle!
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