Grötzinger Schüler begeistert auf den Beinen
Trotz „Tourspektakels" Spiel- und Sportfest rings um die Schule
Während am vergangenen Tour-Freitag die Schüler Karlsruher Schulen über einen schulfreien Tag wegen „Uli und Lance" jubelten und ein fröhliches Spektakel auf den Karlsruher Straßen erlebten, freuten sich in Grötzingen etwa 470 Schülerinnen und Schüler der Grund- und Hauptschule auf ein Spiel- und Sportfest besonderer Art. Mit Zustimmung der Eltern und der Schüler-Mitverantwortung (SMV) hatte sich nämlich die Schulleitung unter ihrem Rektor Rudolf Karg für die sportliche Aktion „1000 Schulen in Bewegung" entschieden. Für eine Aktion, die von einer weltbekannten Getränkefirma gesponsert, also in jeder Weise unterstützt und gefördert wird und vom Kultusministerium des Landes auch gebilligt worden ist.
Für die Durchführung der Veranstaltung hat die Sponsoringfirma ein Automobil mit unzähligen Spielen und Aktionsangeboten nebst einem 500 Quadratmeter großen, aufblasbaren Fußballplatz und einer Bühne zur Verfügung gestellt. Das „milde Winterwetter" dieses Sommers machte jedoch einen Strich durch die Angebotspalette, da ursprünglich die „1000 Schulen in Bewegung" auf dem Grötzinger VfB-Platz stattfinden sollten.
Da die Schüler also dem Wettergott gehorchen mussten, fanden die Spiele und Späße im Bereich der Schule, in der Aula, auf dem Schulhof oder in der benachbarten Turn- und Sporthalle statt. Und zwar unter Aufsicht und Leitung der Lehrerin Christine Schneider, die gleichzeitig als Verbindungslehrerin zur Schüler-Mitverantwortung (SMV) eingesetzt ist. Nach einem opulenten Schulfrühstück mit viel Obst und Rohkost, das zahlreiche Eltern der Schüler zusammengestellt und angeboten hatten, standen die folgenden Schulstunden bis zur Mittagspause voll im Trend „Schule in Bewegung".
So absolvierten die einen Fitnesstraining mit einem Fallschirm ähnlichen Gebilde und Spielball in der Turnhalle, andere versuchten sich an einer Torwand auf dem Schulhof, nahmen Kletterkünste in einem Baum vor, und wieder andere bugsierten einen Spielball durch einen eng abgesteckten Parcours. Verschiedentlich wagten sie sich an eine steile Sprossenwand. Judo und Judoka gab es für die „ ersten Gürtel" auf einer Matte in der Schulaula, wo sich auch verschiedene Discjockeys lautstark am Gerät produzierten. Kein Sport zwar, aber gute Unterhaltung gehört dazu. Die gesamte Schule war also irgendwie in Bewegung. Die blonde 13-Jährige Ilka: „Endlich mal Sport, wie wir ihn uns vorstellen." Und ihr Schulkamerad Volker (11): „Das ersetzt jede Turnstunde, sind doch Ideen und Tatkraft jedes Schülers gefragt und gefordert." Rektor Rudolf Karg unterstreicht: „Diese Aktion ist eine gute Verbindung zwischen Spiel, Sport und Spaß". Wie Karg ergänzend mitteilte, sei dies auch eine Verbindung zu den jährlichen Bundesjugendspielen, die an seiner Schule in den vergangenen Tagen auf dem VfB-Platz erfolgreich stattgefunden hätten.
Für die sanitätsdienstliche Versorgung „im Falle eines Falles " waren Mitarbeiter des Grötzinger DRK-Ortsverbandes eingesetzt. Eigentlich, so Hannelore Zoller, seien sie für einen möglichen Einsatz bei der „Tour de France" vorgesehen gewesen. Doch wenn Grötzingen rufe, sei man halt für Grötzingen zuständig.
Und als um 12.30 Uhr das Schulspektakel ohne besondere Vorkommnisse, aber mit guten Eindrücken für die Schülerinnen und Schüler, vorüber war, blieb ihnen bis zum Endspurt an der neuen Karlsruher Messe von Jan Ulrich, Lance Armstrong und Anhang noch genügend Zeit, sich einen Platz als „Zaungast" zu suchen. (GAT)
(Aus: Das Pfinztal - Mitteilungsblatt für Karlsruhe-Grötzingen, Nr. 52 / 57. Jahrgang, 12. Juli 2005)
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