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Die Entstehung der Partnerschaft der Schulen Żmigród - Grötzingen
„Als Nachbarn haben die Länder Polen und Deutschland eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich. Nicht immer war das Nebeneinander von so viel Verständnis und Achtung wie heute geprägt. Es ist deshalb eine besonders erfreuliche Entwicklung, dass unsere Heimatländer in den letzten 55 Jahren immer mehr zu Freunden wurden.
In dieses Bild passt die sich anbahnende Schulpartnerschaft, die Ihre Schule mit unserer Grund- und Hauptschule Grötzingen eingehen will. In Schulpartnerschaften sehe ich die Weiterentwicklung der Bestrebungen zur Völkerverständigung in Europa und zur Überbrückung der Sprachbarrieren. Diese Partnerschaften beruhen auf der Idee, dass Menschen, die sich kennen, einander verstehen und sich gar als Freunde schätzen, keine Angst voreinander haben und deshalb weniger zu Gewalttätigkeiten und Aggressionen neigen. Vor allem unsere Kinder sind nun durch diese neuen Erfahrungen mit den Schulpartnerschaften und den Partnerbesuchen in der Lange, ein neues Europa ohne Grenzen und Misstrauen aufzubauen.“
So weit der Auszug eines Briefes, den der Karlsruher Oberbürgermeister an den Rektor der Grundschule in Polen anlässlich der bevorstehenden Schulpartnerschaft mit der Grund- und Hauptschule Grötzingen schrieb.
Diese Partnerschaft wurde durch das in Grötzingen lebende Ehepaar Hertha und Werner Krauße ermöglicht. Hertha Krauße hatte ihre Kindheit und Schulzeit in dem kleinen Städtchen Żmigród in Polen verbracht. Da verwundert es nicht, dass auch heute noch eine Verbundenheit mit der dortigen Schule besteht. Durch die zahlreichen Spenden der Kraußes konnten in der polnischen Schule im Laufe der Jahre erhebliche Modernisierungen durchgeführt werden. Neue Boeden, Fenster und neue Tafeln wurden angeschafft.
Mit der Idee, eine Schulpartnerschaft zu initiieren, fand das Ehepaar Krauße bei den maßgeblichen Stellen offene Ohren. Vor allem bei der GHS – Grötzingen. Den Anfang machte der Antrag vom 14.06.2000 mit der Frage, ob die GHS Grötzingen an einer Partnerschaft mit der polnischen Schule interessiert sei. Rektor Helmut Arnswald war sehr positiv auf solche Erfahrungen eingestellt und erfreulicherweise fand er auch im Kollegium bereits am 20.06.2000 spontane Befürwortung der Partnerschaft. Obwohl viele Punkte der Zusammenarbeit kritisch diskutiert werden mussten (Alter der Schüler, Sprachschwierigkeiten, Entfernung, Fahrkosten usw), gab das Kollegium seine Zustimmung und empfahl den polnischen Kollegen, ihre Vorschläge und Vorstellungen zu unterbreiten.
Mit dem Brief vom 27.10.2000 gab die polnische Schulleitung das Ergebnis der Lehrerkonferenz vom 01.09.2000 bekannt: „Wir sind an allen Formen der Zusammenarbeit interessiert… und möchten, dass sich die Zusammenarbeit auf allen Ebenen des Schullebens entwickelt.“
Die GHS- Grötzingen erhielt die Einladung, mit einer Delegation die Veranstaltung „Tage der europäischen Kultur“ und „Polen – Deutschland – gestern, heute und morgen“ zu besuchen. Die polnische Schule schlug vor, dass die Delegation aus Mitgliedern aller am Schulleben beteiligten Gremien bestehen sollte. Die Schulgremien der GHS – Grötzingen setzten sich mit den Informationen über die Stadt Żmigród, die ungefähr 50 km nördlich von Wrocław in Niederschlesien liegt, auseinander. Schulpartnerschaften zwischen Grund- und Hauptschulen in Baden – Wuerttemberg und polnischen Schulen waren bis dahin nicht bekannt. Deswegen mussten auch alle Punkte der Partnerschaft allen Gremien der Schule sehr genau präsentiert werden. Gleichzeitig bereitete die polnische Schule das große Fest für den ersten Besuch der Gäste aus Deutschland vor.
Nach zahlreichen Telefonaten, Briefwechseln und Faxen war es dann so weit. Eine neunköpfige Delegation der Grötzinger Schule machte sich im Frühjahr 2001 auf, um die Partnerschaft zu besiegeln.
Entwicklung der Partnerschaft mit der Szkola Podstawowa
Den Anstoß für die Partnerschaft mit der Szkola Podstawowa in Zmigród gab das Ehepaar Herta und Werner Krauße aus Grötzingen durch die Anfrage vom 14.6.2000, ob die Grund- und Hauptschule Grötzingen an einer Partnerschaft mit der polnischen Schule interessiert sei. Bereits am 20.6.2000 konnte die Schulleitung antworten, dass das Kollegium und der Gesamtelternbeirat eine Zusammenarbeit grundsätzlich befürworteten und empfahl den polnischen Kollegen, ihre Vorschläge und Vorstellungen zu unterbreiten.
Mit Brief vom 27.10.2000 gab die polnische Schulleitung das Ergebnis ihrer Lehrerkonferenz bekannt: „Wir sind an allen Formen der Zusammenarbeit interessiert... und möchten, dass sich die Zusammenarbeit auf allen Ebenen des Schullebens entwickelt.“
Die GHS-Grötzingen erhielt eine Einladung für eine Delegation zur Veranstaltung „Tage der deutschen Kultur“ und „Polen - Deutschland - gestern, heute und morgen“. Die Schulgremien der GHS Grötzingen setzten sich mit den Informationen über die Stadt Zmigród (vormals Trachenberg), die ungefähr 40 km nördlich von Wroclaw (vormals Breslau) in Niederschlesien liegt und der Szkola Podstawowa auseinander.
Die polnische Schule wird von etwa 820 Schülerinnen und Schülern im Alter von 7 - 13 Jahren besucht, die in 34 Klassen von 50 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Seit 1977 wird an der Schule Deutschunterricht erteilt - jetzt ab der Klassenstufe 4 in sieben ausgewählten Klassen drei mal in der Woche.
Ansprechpartner an der Szkola Podstawowa sind - wie in deutschen Schulen -, die Lehrerkonferenz, die Schülermitverantwortung, der Elternbeirat, die Schulkonferenz und die Gemeinde als Schulträger.
Nachdem die Schulgremien der GHS Grötzingen große Übereinstimmungen zwischen den Strukturen der beiden Schulen und deren Interessen festgestellt hatten, besprachen die Schulgremien den von der Schulleitung der GHS erarbeiteten Plan, die organisatorischen und finanzielle Fragen sowie die personelle Zusammensetzung des Komitees und warben um Unterstützung.
Auf Grund der finanziellen Unterstützung durch das Ehepaar Krauße (Übernahme der Kosten für die Bahnfahrt und eine Übersetzerin vor Ort) sowie durch die Kostenübernahme durch die Delegationsmitglieder, konnte die Delegation - bestehend aus zwei polnisch sprechenden Schülern, dem Elternbeiratsvorsitzenden und einem Elternvertreter, einer Klassenlehrerin und einer Fachlehrerin, dem Rektor, der Konrektorin und der Vorsitzenden des Fördervereins der GHS Grötzingen - vom 29. - 31. März 2000 nach Zmigród / Polen reisen.
Im Gepäck war ein Brief des Karlsruher Oberbürgermeisters, in dem es unter anderem heißt: „... Partnerschaften beruhen auf der Idee, dass Menschen, die sich kennen, einander verstehen und sich gar als Freunde schätzen, keine Angst voreinander haben ..."
Dank der hervorragenden Übersetzung durch eine Referentin des „Kreisauer Kreises“ und der Deutschlehrerin der Szkola Podstawowa sowie der Tatsache, dass die Schulgremien beider Schulen kompetent besetzt und entscheidungsfähig waren, konnten alle Fragen - so z.B. Gegenbesuch der polnischen Delegation, Briefpartnerschaften zwischen den Schülern beider Schulen, gegenseitige Einladungen zu besonderen Schulfesten, Einladung der Lehrkräfte zur Hospitation sowie der Schüler zum Unterrichtsbesuch, ein Schüleraustausch, Beratung und Bereitstellen von Lehr- und Lernmitteln für den Deutschunterricht sowie ein Schullandheimaufenthalt einer Klasse der GHS Grötzingen in Polen - in den einzelnen Gremien behandelt und dann vom Plenum beschlossen werden. Ein umfangreiches und vielseitiges Programm mit Besichtigung
...der Schulgebäude, die durch Spenden des Ehepaares Krauße restauriert waren (Frau Krauße war früher dort Schülerin)
...der Stadt
...der Ausstellung „Polen - Deutschland, gestern, heute, morgen“
...des Landschaftsparks „Dolina Baryczy“,
sowie die Teilnahme an einer feierlichen Sitzung mit Lehrkräften, dem Elternbeirat, Schülern der Schülermitverantwortung (SMV), Repräsentanten der Schulverwaltung und der Presse und
...einem Treffen mit Schülern und einer großartigen Schülervorstellung (Gesang, Instrumentalmusik, Tanz, Textvorträge) und
...einem offiziellem Treffen beim Herrn Bürgermeister und der Verwaltung der Stadt Zmigród
gaben einen guten Einblick in die Partnerschule und das Umfeld der Schule und trugen zu persönlichen Kontakten bei. Die Reiseeindrücke wurden durch den Besuch der Klosterkirche in Trzebnica / Trebnitz und durch die Besichtigung der Stadt Wroclaw / Breslau hervorragend ergänzt. Die guten Eindrücke und die Bild- und Reisedokumente der Delegationsmitglieder überzeugten alle davon, dass die Partnerschaft sinnvoll und fruchtbar ist. |