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10 Jahre Partnerschaft mit Zmigród
Musik soll Jugendliche weiter verbinden
Kurz nach der Wende unternahm das Grötzinger Ehepaar Krauße eine Reise in den Heimatort Frau Kraußes, Zmigród , ehemals Trachenberg im Regierungsbezirk Breslau. Das alte Schulgebäude hatte einen enormen Renovierungsbedarf, und es mangelte an allem, von der Wandfarbe bis zur Anschaffung von Computern. Das Ehepaar half grundlegend bei der Renovierung und nach deren Abschluss luden die Geldgeber Kinder der Szkola Podstawowa nach Deutschland ein. Erst war der Besuch rein privater Natur, aber dank der Anregung und finanziellen Unterstützung durch das Ehepaar Krauße entstand daraus bald das Projekt ‚Partnerschaft der Grötzinger Schule mit Polen’, nicht zuletzt, weil der damalige Rektor Arnswald „mit beiden Beinen in das Vorhaben hineingesprungen ist“, wie sich Frau Krauße erinnert. Seither gibt es daher einen regen, von der Krauße-Stiftung bezuschussten Austausch zwischen Grötzingen und Zmigród . |
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Seither sind zehn Jahre vergangen – Zeit für eine kleine Jubiläumsfeier und die Revision des Projektes, das auch nach dem Verlust der Hauptschule in Grötzingen lebendig bleiben soll. Monika Schubert, Lehrerin an der Podstawowa-Schule, verfasste eine Chronik und mit dieser reiste am Wochende eine Delegation aus Zmigród ins badische Malerdorf. Im Rahmen des Frühlingsfestes bereitete Konrektorin Christine Schneider den Gästen einen herzlichen Empfang an der Schule und Rektor Rudolf Karg führte durch die, an diesem Tag für mannigfaltige Aktivitäten geöffneten Klassenzimmer: Die „Mittelalter-Ausstellung“ und das badische Schulmuseum lies die Besucher staunen.
Der damalige Rektor Arnswald, welcher vor zehn Jahren “mit beiden Beinen“ in das Projekt hineinsprang, wartete mit einer weiteren Überraschung auf. Auf einer Pfalz-Fahrt, bei dem Besuch im Hambacher Schloss führte er durch ein Kapitel gemeinsamer deutsch-polnischer Geschichte. |
Die frühere Konrektorin, Sigrid Köster, hat von Anbeginn mit Herrn Arnswald zusammen die Partnerschaft organisiert: „Das war für unsere Gäste besonders beeindruckend, da sie mit Erstaunen wichtige Ereignisse aus der Geschichte des eigenen Landes dokumentiert sahen, über die sie selbst gar nicht so detailliert informiert waren.“
Denn als in Polen 1830 der Aufstand gegen die russische Herrschaft begann, entstanden
in der Pfalz gleichzeitig Polenvereine, um sie im Freiheitskampf zu unterstützen. Nach der Niederschlagung verließen viele Polen ihr Land, auch nach Deutschland. Beim Hambacher Fest mit 30.000 Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich und Polen wurde auf dem höchsten Punkt des Schlosses - dem Turm - erstmals die schwarz-rot-goldene Fahne aufgezogen, und auf der höchsten Zinne die polnische und die französische Fahne. Die Eröffnungsrede der Veranstaltung schloss mit den Worten: "Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete!“ |
“Außerdem hatten wir viel Spaß, weil es die Möglichkeit gab, sich im Stil der damaligen Mode zu verkleiden. Irina nutzte die Gelegenheit, mit Herrn Arnswald in trauter
Umarmung als Biedermeier-Pärchen zu posieren, was natürlich mit lautem Hallo quittiert wurde! Bei einer anschließenden kleinen Weinprobe im Örtchen St. Martin kam dann
unser Pfalzausflug zum stilgerechten Abschluss. Unsere Gäste konnten sich nach den Besichtigungen von Speyer mit Mikwe, Altpörtel und Dom mit Grablege und der Weinstraße
gar nicht mehr beruhigen, vor lauter Bewunderung über die Vielzahl von wunderschönen Plätzen und Regionen!“
Einen runden Abschluss bildete am Sonntag ein Empfang im Rathaus mit der Übergabe der Chronik an den Ortsvorsteher.
Frau Köster setzt sich nun dafür ein, dass die wertvolle Partnerschaft weiter fortbesteht. Da Grötzingen bald keine Hauptschule mehr haben wird und Grundschüler für solchen Austausch noch zu jung sind, setzt sie auf ein anderes verbinmdendes Element: die Musik. |
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„Ich habe bereits Kontakt mit Reinhard Haschka, dem Vorsitzenden der „Kulturgemeinschaft Musik und Gesang“ aufgenommen. Die Szkola Podstawowa verfügt über eine rege „Arbeitsgemeinschaft Musik“. Eine Veranstaltung im Rahmen eines gemeinsamen Jugendkonzerts, ähnlich dem zur Haiti-Hilfe, wäre ein hervorragender Anlass! Vielleicht schon im kommenden Frühjahr?“
StS
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Das Pfinztal"
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