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Weiteres Treffen mit Freunden aus Grötzingen im Oktober 2009
In der Zeit vom 16. bis 19. Oktober waren in der Grundschule Boleslawa Chrobrego in Zmigród Lehrer der befreundeten Schule aus Grötzingen zu Gast. Dieses Mal besuchten uns Frau Sigrid Köster, Frau Regina Wittek, Frau Karin Engler und Herr Michael Gaßner. Einen Tag früher am 15. Oktober kam bereits Herr Helmut Arnswald, ehemaliger Rektor der Schule in Grötzingen, zusammen mit seiner Frau Elfriede in Zmigród an. Aber aus persönlichen Gründen musste das Ehepaar Arnswald früher nach Hause zurückkehren. Obwohl sie nur 2 Tage in Polen waren, konnten sie die renovierte Schlossruine und den Wehrturm in Zmigród besichtigen. Bei dieser Gelegenheit besichtigten sie auch die Ausstelltung Exodus, welche bei ihnen einen starken Eindruck hinterließ.
Dieses Jahr waren die Gäste aus Deutschland nach Karpacz eingeladen, wo die Grundschule ihren (nationalen) Lehrertag feierte. Bevor sie aber nach Karpacz kamen, wollten sie Breslau besichtigen. Das Wetter war aber für größere Gänge durch die Stadt nicht wohlgesinnt. Regen und Kälte verkürzte den Gang durch das schöne Breslau. Dennoch, was die Delegation aus Deutschland sowie die polnischen Lehrer in Karpacz erwartete, übertraf ihre kühnsten Erwartungen. Die Stadt war so eingeschneit, dass man kaum in ihren Bezirk einfahren konnte. Die Gäste aus Deutschland besuchten uns noch nie im Winter, den sie jetzt bei dieser schönen Gelegenheit kennenlernten. Wie immer sahen die schönen polnischen Winterberge aus. Noch am selben Abend besprachen Frau Direktorin Dorota Jakusztowicz zusammen mit Frau Konrektorin Dobrochna Jurgowska und Vizebürgermeister Herr Dariusz Skiba, der ebenfalls zu diesem Treffen eingeladen war, Gespräche zum weiteren Austausch zwischen den Schulen in Zmigród und Grötzingen. Herr Arnswald, obwohl schon seit 10 Jahren im Ruhestand, nimmt weiterhin aktiv teil an diesen polnisch-deutschen Kontakten. Sein Traum ist es, dass sich Kinder aus Deutschland und Polen weiterhin häufig treffen und kennenlernen. Nach Herrn Amswalds Meinung kann man nur auf diese Art und Weise wirklich beide Länder und ihre Kultur kennenlernen. Am nächsten Tag mussten wir vom Ehepaar Arnswald Abschied nehmen, und wir waren traurig wegen seiner Abreise. Aber Herr Arnswald gab zu verstehen, dass er uns möglichst schnell wieder treffen will: Aufgehoben ist nicht aufgeschoben!
Die übrigen Gäste und die anderen polnischen Lehrer unternahmen eine kurze Besichtigung von Karpacz. Zuerst ging man zur Wang-Kirche und anschließend nach Karpacz Dolno (Tiefer gelegener Teil von Karpacz - Niederkarpacz). Der Spaziergang war nicht sehr lange, weil die Wetterumstände es nicht erlaubten. Trotzdem machte die Hauptstadt unseres niederschlesischen Gebirges unseren Gästen großen Eindruck. Am Abend desselben Tages fand ein feierliches Bankett statt, an dem die Direktorin der Schule offiziell die eingeladenen Gäste aus Deutschland begrüßte. Die Lehrer aus Grötzingen übergaben einen offiziellen Brief des Rektors der Grötzinger Schule, in dem er sich für die Einladung bedankt und die Hoffnung auf weitere fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den Schulen ausdrückt. Wie immer waren die Gäste begeistert von der großartigen Atmosphäre, die während des Banketts herrschte und sie bedauerten, dass man in Deutschland so einen Lehrertag nicht feiert. Sie dachten sogar darüber nach, einen solchen Brauch an ihrer Schule einzuführen. Am Sonntag nach kurzem Aufenthalt in Karpacz Dolno fuhr man nach Zmigród . Hier wartete noch eine wichtige Aufgabe, die zu erledigen war und zwar darüber zu sprechen, wie man weiter kooperiert. Während des feierlichen Abendessens, an dem auch der ehemalige Direktor der Grundschule von Zmigród , Herr Pawel Lukaszewski, teilnahm, wurde ausgemacht, dass der Austausch jetzt auf der Ebene von interessierten Gruppen und nicht wie bisher zwischen Schülern verschiedener Klassen durchgeführt wird. An einem solchen Austausch werden nicht nur interessierte Schüler, sondern auch alle, die dazu Lust haben, teilnehmen können. Als erstes wurde die Musikgruppe unter Leitung von Herrn Krzysztof Szubert bestimmt. Vielleicht schon im Mai 2010 könnten sich für Musik begabte Kinder aus Zmigród und Grötzingen treffen und zusammen musizieren, Beide Seiten kamen harmonisch zu dem Schluss, dass die Zusammenarbeit zwischen den Schulen, die jetzt auch auf anderer Ebene stattfinden kann, sehr wichtig ist und in keinem Fall vernachlässigt werden darf.
Nach fruchtbaren Gesprächen begab man sich zur Ruhe, damit man am frühen Morgen des nächsten Tages am Turm (der Schlossruine) sich treffen konnte, um die Ausstellung Exodus anzuschauen. Ähnlich wie bei Herrn Arnswald übte sie einen starken Eindruck auf die Gäste aus Deutschland aus. Vor allem die deutsche und polnische Sichtweise in Sachen Vertreibung beschäftigte die Aufmerksamkeit der Besucher. Nach dem kurzen Treffen mit der Geschichte begab man sich noch zur Stadtverwaltung von Zmigród . Bürgermeister Robert Lewandowski sowie Stellvertreter Dariusz Skiba begrüßten die Gäste sehr herzlich. Frau Sigrid Köster las einen Brief des Grötzinger Bürgermeister Herrn Thomas Tritsch vor, in dem er große Zufriedenheit mit der Entwicklung des Kontaktes zwischen Zmigród und Grötzingen äußerte und sein Interesse am Projekt der weiteren Zusammenarbeit unterstreicht. Auch Herr Bürgermeister Lewandowski bewertete die 10jährige Zusammenarbeit zwischen den Schulen positiv. Er versprach, alle gemeinsamen Schritte der Zusammenarbeit der Schulen zu unterstützen, hob aber hervor, dass ein Engagement auf Ebene der Gemeinden, wie sie seit 10 Jahren offiziell mit der Stadt Bargetheide besteht, nicht möglich sein wird. Herr Bürgermeister nutzte das Wort, den Inhalt des Briefes von Herrn Tritsch einbeziehend, dass wirkliche Partnerschaft zwischen Städten, Schulen und anderen Institutionen - offiziell in Form von Verträgen - auch nur Worte zwischen Menschen sind. Am wichtigsten ist, dass sich Menschen treffen, miteinander reden und aktiv zusammen verbringen und dann alle Barrieren überwunden sind. Während der Gespräche stellte man auch fest, dass sowohl der offizielle Austausch zwischen Zmigród und Bargetheide wie der Austausch der Schule mit Grötzingen seit 10 Jahren stattfinden. Während dieser Treffen reifte auch der Gedanke, eine Chronik der Kontakte zwischen den Schulen zu erstellen ähnlich wie der zum Jahrestag des Austausches mit Bargetheide. Der letzte Punkt des Besuches der Delegation aus Deutschland war ein Besuch der Schule, wo in der Schulbibliothek alle bisherigen Erinnerungen 10jähriger Zusammenarbeit angeschaut werden konnten. Leider verging die Zeit sehr schnell und man musste sich verabschieden. Die Delegation aus Deutschland war guter Dinge und man fuhr mit vielen guten neuen Erkenntnissen zum Flughafen nach Breslau, von wo man nach Hause abflog. Der stellvertretende Besuch der Schule aus Grötzingen war sehr kurz, aber fruchtbar. Man kann sagen, dass wir freudig und ungeduldig auf die nächsten 10 Jahre unserer Zusammenarbeit warten.
Monika Szubert (Übersetzung: Michael Gaßner)
Der o.a. Text ist die Übersetzung eines polnischen Zeitungsberichts über den Besuch einer Delegation der GHS Grötzingen bei der Partnerschule.
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